1:53:57 – geschafft – Linzer Halbmarathon

Ich habs geschafft… das Buch von Steffny muss ich nicht umtauschen… es hat alles wunderbar geklappt. 16 Wochen braves Training haben sich bezahlt gemacht, und eines ist sicher: es geht weiter!

Gestern war es endlich soweit. Nach zwei Wochen tapering habe ich am Samstag die Unruhe in meinen Beinen bemerkt. Genau dieses Gefühl hat mich innerlich ruhiger gemacht. Der Sonntagmorgen hat dann entspannt mit einem Frühstück (Mandelmilch, Reis, Reissirup), steigender Nervosität und dem Gefühl der Ungewissheit begonnen.
Fragen über Fragen sind immer wieder aufgeblitzt…

  • hab ich genug trainiert?
  • welches Tempo soll ich laufen?
  • soll ich konstant laufen oder versuchen die 2ten 10km schneller zu werden?
  • vertrag ich das Frühstück oder bekomm ich mit meinem Bauch und den Lebensmittelunverträglichkeiten Probleme?
  • soll ich während dem Lauf trinken, wenn ja was?
  • ist es warm genug für kurze Hose und kurzes Leiberl?

Das Ganze hat sich dann bis zum Start gesteigert, wo ich mir plötzlich sogar Gedanken darüber gemacht habe, ob ich die Schuhe richtig zu gebunden habe… soll ich sie lockerer schnüren oder oder oder…

Und dann fällt plötzlich der Startschuss und es geht los. Die lauffreudige Meute setzt sich langsam in Bewegung und aus schnellen Schritten wird Laufen. Dann der erste Schock: Meine Uhr sagt mir, ich hab schon den ersten Kilometer gelaufen, aber noch weit und breit keine Kilometermarkierung an der Strecke. Na super, was heißt das jetzt für meine Pace, soll ich die Uhr neu starten?
Aber zum Glück hatte ich ja meine zwei persönlichen Pacemaker @guracell und @triathlondog (unbedingt seinen Blog lesen) dabei, die sich wunderbar um mich gekümmert haben.

Erst nach dem Lauf hat Guracell festgestellt, dass es nach dem „Start“ eine zweite Startmatte gab, die den eigentlichen Start markiert hat. Da wir die erste Matte als Beginn gesehen haben, stimmte dann natürlich die Kilometerangabe unserer Uhr nicht mit der realen Streckenlänge überein.

Der gute triathlondog tänzelte immer einige Meter vor mir her, manchmal telefonierend, twitternd und das Ganze dann auch hi und da im Rückwärtslauf. Guracell ist nicht von meiner Seite gewichen, war er doch auch mein persönlicher Sherpa, räusper, ich mein Wasserträger ;). Manchmal mussten wir den entlaufenen triathlondog wieder einfangen und die Leine etwas straffer spannen. Aber wen wunderts, dieser Mann läuft im Normalfall locker 1 1/2 Minuten pro Kilometer schneller als ich gestern. Sprich für meine Begleiter war es kein richtiger Halbmarathon, sondern eher ein kurzer touristischer Ausflug in der schönen Stadt Linz.

Wir haben uns auf den ersten 10 Kilometern bei einer Pace von 5:32 eingependelt, bis plötzlich triathlondog meinte, dass ich ab jetzt Sprechverbot habe und wir endlich mal zu laufen anfangen sollen ;). Gesagt getan, aus Angst gabs keine Widerworte und die wilde Jagd nach der Zeit hat angefangen. Innerlich gings da schon in mir ab. Die Beine wurden schwerer, mein Bauch hat Probleme gemacht, aber naja, ich hab nicht 16 Wochen brav und hart trainiert, um am finalen Lauf auf mimimi zu machen. Irgendwann war es dann soweit… ich hab triathlondog vor mir fixiert und bin einfach hinterher gelaufen. Dabei haben wir Läufer über Läufer überholt und das war zusätzlich beflügelnd und hat weiter Kraft gegeben. Zwei Kilometer vor dem Ziel hab ich mir ein paar Schluck Cola gegönnt um für den Schlußsprint fit zu sein.

Und eines ist klar, die letzten 500 Meter auf der Landstraße sind die Hölle. Das Kopfsteinpflaster, die Straßenbahnschienen und die enger werdende Laufstrecke fordern höchste Konzentration und haben in den Beinen extra weh getan.

Und dann war es plötzlich vorbei. Ich war außer Atem, müde, aber die Freude, die ich erwartet hatte, blieb anfangs mal aus. Schon komisch, da trainiert man Wochen auf ein Ziel hin und dann ist es da und man fühlt eine Art von Leere. Aber spätestens als ich dann die Endzeit von 1:53:57 gesehen habe war ich so richtig happy. Am Anfang des Trainings an 2:10 gedacht, nach dem 10km Lauf in Kremsmünster dann doch für den Trainingsplan für 1:59 entschieden und zum Schluss dann noch gut 5 Minuten schneller gewesen zu sein – das tat richtig gut. Und der triathlondog hat schon recht mit der Ansage, dass eine Zeit um 1:50 drinnen gewesen wäre. Und genau das stimmt mich zuversichtlich und motiviert mich schon wieder die Laufschuhe zu schnüren.

Jetzt heißt es nur noch ein neues Ziel suchen und nach ein paar Tagen Regeneration wieder mit lockerem Lauftraining zu beginnen. Keep on running!

Zum Schluss möchte ich mich noch bei meiner Twitter-Timeline und meinen Freunden auf Facebook bedanken. Die Unterstützung war großartig.
Ganz besonderer Dank gebührt aber meinen zwei Pacemakern, die mir viel Kraft und vor allem Sicherheit und Ruhe beim Lauf gegeben haben.

Und auch meiner Süßen (@mikromaedchen) und meinen Eltern muss ich Danke sagen. Die 3 haben mich immer unterstützt und mir die Zeit zum Training gegeben und auf meinen mini aufgepasst.

Und ungefähr so fühle ich mich heute 😉

1 Kommentar

  1. Hut ab. Ich war erst bei meinem 3. unter 2h und beim 4. fast so schnell wie Du. Ich habe halt keinen Triathlondog zum Ziehen 😉 Beim nächsten Mal geht’s unter 1:50. Dann solltest Du aber auch konsequenter regenerieren. Artikel über Verletzungen lesen sich nämlich weniger schön 🙂

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