Unfassbar, genial, einfach unglaublich – Andy Holzer

Wie bereits auf twitter angekündigt möchte ich euch eine sehr imposante Persönlichkeit, die bereits nach 1 Minute Vortrag meinen größten Respekt verdient hatte, vorstellen. Es handelt sich um Andy Holzer, der beim Bergfilmfestival den Gästen einen Einblick in sein Leben als blinder Mensch bot.

Foto: Andi Scharnagl :: woitatscher.at

Einige werden jetzt wahrscheinlich denken, ein blinder Mensch ist ja heutzutage nichts besonderes mehr… aber im konkreten Fall geht es hier um einen Menschen der ohne Sehkraft bereits 6 der Seven Summits bestiegen hat, ein Mensch der ohne Sehkraft im 7ten Grad klettern kann, ein Mensch der ohne Sehkraft als Kind mit dem Rad gefahren oder Langlauf betrieben hat.
Ich habe ja seit meinem 16 Lebensjahr relativ viel Kontakt  zu Personen mit körperlicher Behinderung und jeder dieser Menschen hat meine vollen Respekt, aber was ich gestern erleben durfte übertrifft alles. Solltet ihr mal die Möglichkeit haben einen Vortrag von Andy Holzer zu hören, dann nutzt bitte unbedingt diese Gelegenheit.
„Nicht sehen ist Vertrauen, sondern Vertrauen ist Sehen“, so beschreibt Andy es wenn es für ihn ums Klettern, aber auch um sein Leben, geht. Alleine der Gedanke im 7ten Grad zu klettern und immer eine Hand „frei“ zu haben um nach dem nächsten Griff, in schwindelerregender Höhe, suchen zu können ist für mich einfach unvorstellbar. Aber Andy kann das!

Andy erzählte zum Beispiel, dass er mit 9 Jahren gerne in seiner Heimat Osttirol Langlaufen gegangen ist. Er wusste schlicht und ergreifend auswendig, dass er nach 2047 Schwüngen den rechten Fuß einkanten muss um die Spur zu wechseln und um dann nach weiteren 3356 Schwüngen dasselbe mit dem anderen Bein machen muss, um nicht aus der Spur zu kommen. Einfach unvorstellbar für mich.Das einzige Problem, dass er damals als 9-jähriger in der Loipe hatte, war sein Tempo. Er rannte des öfteren ältere und langsamere Menschen einfach um. Aber keinem dieser Menschen teilte er seine Sehbehinderung mit. Er stand auf, half der umgefahrenen Personen in die Spur und lief weiter…Um solche Vorfälle nicht mehr erleben zu müssen, schlief er nach nach der Schule und lief oft mitten in der Nacht zwischen 40 und 60 km in der Loipe. MIT 9 JAHREN!

Und Andy hat noch einige solcher Anekdoten auf Lager!

Eine davon will ich euch nicht vorenthalten, weil sie so unglaublich ist.
Andy wurde einmal vom ORF begleitet, als er in Italien die gelbe Kante erkletterte. Natürlich war das Thema der einzige blinde Kletterer auf der Welt. Doch wie schon so oft überrascht uns das Leben mit etwas Unerwartetem. Als Andy mitten in der Wand hing traf er auf der selben Höhe einen weiteren Kletterer. Bis jetzt noch nichts Besonderes. Erst als der Partner des 2ten Kletterers zu Andy rief:“Watch out, this guy is blind“, konnte Andy es nicht fassen. Wieso muss genau an diesem Tag, zu dieser Uhrzeit, an diesem Berg, am Tag wo ihn der ORF begleitet, der einzige weitere blinde Kletterer der Welt hier klettern?!?! Zufall, Schicksal, was auch immer…

Ich hoffe, dass meine schlichten Worten euch auch nur einen kleinen Eindruck geben konnten was ich gestern erleben durfte! Mir persönlich hat Andy mit seinen Erzählungen und seinen Gedanken zum Leben definitiv klar gemacht, dass ich mein zukünftiges Leben, mit den Dingen die es derzeit schwer machen, akzeptieren und bewusst leben muss.

Zum Schluss noch der Link um weitere Infos zu Andy nachlesen zu können – http://www.andyholzer.com

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